Robotertechnik in seiner Bestform

Der Robocup, die Fussballweltmeisterschaft für Roboter fand dieses Jahr in Istanbul in der Türkei statt. Dort trafen sich 2600 Teilnehmer in 400 Teams aus der ganzen Welt. Parallel zum Cup fand ein wissenschaftlicher Kongress zum Thema künstliche Intelligenz und Robotik statt. Die Weltmeisterschaft findet jedoch im Gegensatz zur menschlichen Meisterschaft nicht alle vier Jahre statt sondern jedes Jahr.

Ähnlich wie bei der Entwicklung des Schachroboters ist es das Ziel den amitierenden menschlichen Weltmeister langfristig bis 2050 zu schlagen. Der Robocup treibt dieses Ziel und das damit übergeordnete Ziel der Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz und Robotik aktiv voran.

Jedoch gibt es gravierende Unterschiede im Gegensatz zum Schach bei den Anforderungen an die Roboter. Im Schach könnte theoretisch jeder Zug vorauskalkuliert werden. Beim Fußball muß sich ein Roboter in einer dynamischen Welt orientieren. Die Herausforderung ist hier auf der Grundlage von unvollständigen Informationen ständig Entscheidungen zu treffen. Insbesondere erfordert Roboterfußball, dass die Roboter lernen, reagieren, den Ball erkennen, sich motorisch gut bewegen können, zusammen im Team koordinieren können, einen Weg planen und ständig die eigenen Position erkennen.

Im Video unten ist das finale zwischen USA und Japan zu sehen:

 

(Quellen: Robocup.org, Fira.net)

Auftragslage im Maschinenbau verschlechtert sich

Nachdem in den letzten Monaten ein Nachfrageboom die Auftragsbücher im Maschinenbau gefüllt haben, geht die Nachfrage nun allmählich zurück. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) teilte dies Anfang August mit. Zum ersten Mal seit Anfang 2010 wurden die Bestellungen weniger.

Aus einer Umfrage unter 500 Unternehmen ergab sich, dass erstmals ein Auftragsrückgang zu verzeichnen ist. In Deutschland sank das Geschäft um 14%, im Ausland stieg es um 10% seit dem Vorjahresmonat.

Gründe für den Nachfragerückgang

VDMA-Konjukturexperte Olaf Wortmann gab an, dass ein ungewöhnlich hohes Plus von 62% im Juni 2010 jetzt für ein verhältnismäßig geringes Wachstum sorge. Dennoch ist wohl vor allem die Schuldenkrise in mehreren europäischen Ländern Schuld an dem Rückgang der Zahlen. Bisher konnte Deutschland die Krise noch umschiffen. Allerdings könnte Deutschland als Exportland und Bürge für krisengebeutelte Staaten bald selbst Probleme bekommen.

(Quelle: Reuters)

 

Fachkräftemangel in Deutschland

Der Maschinen- und Anlagenbau ist vor allem in der Einzel- und Kleinserienfertigung stark. Ein breites Angebotsspektrum ist charakteristisch. Nur in wenigen Zweigen werden standardisierte Produkte in Großserien produziert. Daher herrscht stets ein hoher Bedarf an Fachkräften. Allerdings fehlen immer mehr Ingenieure, die diese Stellen besetzen können. Im Juni 2011 konnten, laut des Vereins Deutscher Ingenieure e.V., rund 76.400 Stellen nicht besetzt werden. Damit wurde ein neuer Höchststand festgestellt. Auch in Zukunft sieht es so aus, als ob die Zahl der Hochschulabsolventen nicht die Zahl, der in Rente gehenden Ingenieure ausgleichen kann. Nach den Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit könnten bis 2020 240.000 Fachkräfte fehlen.

Die Gründe liegen unter anderem darin, dass es immer weniger Studienanfänger in den Studiengängen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gibt. Hinzu kommt, dass nur rund die Hälfte der Studenten dieser Fächer auch einen Abschluss erlangt. Einige brechen ab, andere erreichen nicht die vorgegebenen Leistungen.

Ausländische Fachkräfte werden benötigt

Um die aktuelle Lücke zu schließen, werden auch ausländische Fachkräfte angeworben. Laut des Nachrichtenmagazins Spiegel Online, erwarte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank Weise, dass rund 200.000 Zuwanderer pro Jahr (inklusive Familienmitglieder) notwendig seien. Gleichzeitig werde das inländische Potential gefördert. Die BA betont, dass eine Doppelstrategie angestrebt würde. Ausländische Bewerber würden in keiner Konkurrenz zu inländischen Bewerbern stehen. Zudem kann nur eine ausreichende Zahl an Fachkräften dafür sorgen, dass die Industrie in Zukunft nicht ins Stocken gerät. Nur so bleiben Arbeitsplätze erhalten; neue Arbeitsplätze entstehen.

Struktur im Maschinen- und Anlagenbau

Der Maschinen- und Anlagenbau, als einer der wichtigsten Industriezweige in Deutschland, ist insbesondere durch mittelständische Strukturen geprägt. Viele deutsche Unternehmen sind Familienbetriebe; nur wenige Firmen haben mehr als 1000 Mitarbeiter.

Dr.rer.pol.h.c. Frank-J. Weise, Vorsitzender des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit (Foto: BA)

Dr.rer.pol.h.c. Frank-J. Weise, Vorsitzender des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit (Foto: BA)

(Quellen: Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht August 2011, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie; Arbeitsagentur-Chef fordert 200.000 Zuwanderer pro Jahr, Spiegel Online, 29.07.2011)

Deutschland ist weltweit Nr.1 im Maschinenexport

(Foto: Andreas Hermsdorf)

Der deutsche Maschinen- und Anlagebau boomt und bildet mit 900.000 Beschäftigten den beschäftigungsstärksten Industriezweig. Mit der Erwirtschaftung von 173 Milliarden Euro im Jahr 2010 gibt es nur noch den Fahrzeugbau, der jährlich einen noch größeren Umsatz erzielt.

Maschinenexport weltweit

Doch die Erfolge dieser Branche lassen sich nicht nur im Inland beobachten. Unter den wichtigsten Exportländern liegt Deutschland mit einem Maschinen-Welthandelsanteil von 19,1 Prozent um 6,9 Prozent vor den zweitplatzierten USA mit 12,2 Prozent Marktanteil. Vor allem die Nachfrage von Produkten deutscher Hersteller entwickelte sich rasant in den asiatischen und südamerikanischen Ländern. In der Top Fünf der wichtigsten Lieferländer folgen anschließend noch Japan auf Platz drei mit  9,4 Prozent Anteil, dicht gefolgt von Italien und China mit jeweils 9,2 Prozent Absatz auf dem Weltmarkt.

Produktion in Deutschland

Ein Drittel der Gesamtproduktion des Maschinen- und Anlagebaus in Deutschland entfällt auf die Herstellung von Lager- und Kraftmaschinen, dessen Käufer wiederum andere Investitionsgüterhersteller wie etwa aus dem Fahrzeugbau und der Elektrotechnik sind. Etwa 50% der Produktionen kommen in vielen verschiedenen Industriezweigen zum Einsatz, zum Beispiel Roboter, Pumpen, Kräne oder Fördermittel. Bei der anderen Hälfte handelt es sich um produktspezifische Investitionsgüter für eine Reihe von Branchen, dazu zählen unter anderem Landmaschinen, Baumaschinen, Textilmaschinen sowie Druck- und Papiermaschinen.

Branchenentwicklung

Auch in Hinsicht auf die konjunkturelle Entwicklung kann die Branche positiv in die Zukunft blicken. Nachdem die größte wirtschaftliche Krise der Nachkriegszeit mit einem Umsatzplus von acht Prozent im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr gut überwunden werden konnte, erwartet der Branchenverband VDMA für 2011 ein Plus von 14 Prozent.

(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
„Schlaglichter der Wirtschaftspolitik“, Monatsbericht August 2011)